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Interessante Buchpräsentation mit bemerkenswerter Wendung

Edit Engelmann las aus ihrem Buch „Es war einmal im Ringgau ….“

30 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer aus nah und fern fanden am Mittwoch, 16.10.2013, um 20.00 Uhr den Weg in den Bürgersaal des „Markttreffs“ in Datterode, um der Nachfahrin einstiger Datteröder zu lauschen. „Edit Engelmann“ ist der Künstlername der Schriftstellerin, und nicht wenige Besucherinnen und Besucher waren neugierig, wer sich hinter dem Pseudonym tatsächlich verbarg.

In den Abend eingeführt vom Vorsitzenden des Heimatvereins Datterode e. V. (HVD), machte sich die Autorin, die seit vielen Jahren in Griechenland lebt, daran, die Neugier nach ihrer Person im Zuge der Lesung des aktuell erschienen Buches: „Es war einmal im Ringgau …. Oma Christines nordhessische Sagen und Rezepte“ zu befriedigen. Ihr Werk, eine reizvolle Zusammenstellung eigenen Erlebens aus Kinderzeit bei der Großmutter in Datterode, heimischer Sagen und überlieferter Rezepte eben dieser Großmutter, kam beim Publikum gut an. Gerade die einführenden Passagen über das Leben auf einem Bauernhof Mitte des letzten Jahrhunderts ließen bei einigen der Anwesenden eigene Erinnerungen aufkommen. So nahm es auch nicht Wunder, dass Exemplare der Bücher unmittelbar erworben wurden. Jedoch nicht nur das in Rede stehende Werk, sondern u. a. auch die Bücher, in denen sich die Autorin mit der Krise in Griechenland, aber auch mit Geschichten, Geheimnissen und Rezepten ihrer Wahlheimat auseinandersetzen (siehe auch www.engelmann.eu.com ).

Edit Engelmann liest

Bei der anschließenden Aussprache kam es genau deshalb zu einer bemerkenswerten Wendung des Abends. Es ging nicht mehr um „Es war einmal im Ringgau …“, sondern zunehmend und detailreich um „Es ist zurzeit in Griechenland …“! Die Schilderungen der derzeitigen griechischen Lebensrealität von Frau Engelmann führten zu vielen Nachfragen, zu betroffenem Erstaunen und bemerkenswerten Erkenntnissen. Die authentischen, ungeschminkten Schilderungen der teils dramatischen Situationen und eher noch sich verschlechternden Zustände aus berufenem Munde eröffneten den Besucherinnen und Besuchern einen tiefen Einblick in das griechische Dilemma. Vieles wurde verständlicher. Auch Dankbarkeit über die eigene soziale Sicherheit bekam eine größere Bedeutung.

Frau Engelmann erhielt vom HVD als Dankeschön eine Dorfchronik sowie die Jubiläumsschrift der Freiwilligen Feuerwehr, sind doch darin auch viele ihrer Ahnen erwähnt. Besonders erfreut zeigte sich die Autorin zudem über Fotos aus dem Fotoarchiv des HVD mit eben diesen Vorfahren und der Zusammenstellung von Stammbaumdaten, die vom HVD bis in das 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen waren. Abschließend tauschte sich Frau Engelmann – natürlich unter ihrem „richtigen“ Namen – mit dem Ehrenvorsitzenden des HVD, Karl Beck, aus, der sowohl ihren Vater von klein auf und ihre Großeltern kannte. Karl Beck, der zurzeit selbst an seinem zweiten Buch arbeitet, erzählte der „Autoren-Kollegin“ noch einiges zur Geschichte auf und rund um den Datteröder Anger. Also den Ort, an dem er und der Vater Frau Engelmanns groß wurden und später auch die Autorin selbst viele Stunden ihrer Kindheit verbrachte.



Karl Beck und Edit Engelmann im Gespräch


Frau Engelmann, die direkt von der Frankfurter Buchmesse in das Dorf der Vorfahren kam, ist noch bis Monatsende auf politischer Lesereise mit Botschafter Leonidas Chrsanthopoulos in verschiedenen deutschen Städten unterwegs.