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Besuch aus den USA

Nachfahren eines Datteröder Auswanderers auf den Spuren der Ahnen

Kurt Weidner
aus dem US-Bundesstaat Colorado, mit dem der Heimatverein schon geraume Zeit in Kontakt steht, ließ es sich Mitte September 2012 nicht nehmen, im Zuge eines Deutschlandbesuches mit seinen Kindern Matthew, Christopher und Kirsten dem Geburtsort seines Urgroßvaters, Philipp Jacob, abzustatten.
Philipp Jacob, 1864 in Datterode als eines von neun Kindern des Schlagmüllers Johannes Jacob und seiner Ehefrau Anna Catharina, geb. Lange, („Schlomell’n“) geboren, war 1884 in die USA ausgewandert. Er lebte in Philadelphia, wie so viele Auswanderer dieser Zeit aus Deutschland. Er heiratete und bekam mit seiner Frau drei Kinder.


Philipp Jacob mit Familie in Philadelphia um 1900 (© Kurt Weidner)

Das jüngste Kind war die Großmutter von Kurt Weidner. Die Familie des Großvaters von Kurt stammt übrigens aus Schwäbisch Hall. Nicht zuletzt bedingt durch die Nazi-Herrschaft in Deutschland und den II. Weltkrieg lernte Kurts Vater kein Deutsch mehr, so dass auch Kurt, der mit seiner Familie erst vor fünf Jahren von Philadelphia nach Colorado zog, zu seinem Bedauern heute lediglich einige Wörter in deutscher Sprache kennt, aber fleißig übt. Bei einem Rundgang durch das Dorf  konnte den  Besuchern von den Betreuern des HVD die Häuser der Vorfahren – namentlich der alten Datteröder Familie Jacob und Wieditz – gezeigt werden. Im Geburtshaus ihres Ahnen Philipp Jacob ermöglichte der jetzige Nutzer einen intensiven Rundgang, der einmal mehr die räumlichen Verhältnisse einer längst vergangenen Zeit eindrucksvoll vor Augen führte.


Matthew, Kirsten, Christopher und Kurt Weidner am Haus des Vorfahren

Trotzdem die Müller des Dorfes zu den wohlhabenden Einwohnern gehörten (letztlich reichen die Wurzeln der Jacob-Ahnen in alle drei ehemaligen Müllerfamilien von Datterode hinein), war doch Bescheidenheit bei vieler körperlichen Arbeit angesagt. Wer dann wie Philipp als 9. Kind im Hause aufwuchs, hatte sein Glück an anderer Stelle zu suchen. Er suchte und fand es in den USA.
Nach dem ausgiebigen Gang durch Dorf und Geschichte, dem obligatorischen Foto am „Gänsekerle-Denkmal“ und mit vielen Eindrücken versehen, fand das Zusammentreffen in fröhlicher Plauderrunde sein Ende. Die Besucher zeigten sich auch von unserer lieblichen Landschaft beeindruckt, so dass ein weiterer Besuch in unserer geschichtsträchtigen Region durchaus möglich erscheint. Zunächst wird aber noch die Verwandtschaft in Schwäbisch Hall und – natürlich – das Oktoberfest in München besucht.


Am „Gänsekerl-Denkmal“

Siehe auch Bericht im Ringgaubote und in der Werra-Rundschau