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Mitgliederversammlung - Nachbericht

Sehr gut besuchte Mitgliederversammlung attestiert erfolgreiches Vereinsjahr – langjährige Mitglieder geehrt – Blick nach vorn stimmt optimistisch

 

„Wer aus seiner Heimat scheidet, ist sich selten bewusst, was er alles aufgibt. Er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.“ (Gustav Freytag 1816 – 1895). Mit diesem Zitat begrüßte der Vorsitzende des Heimatvereins Datterode e. V. (HVD) die erfreulich große Zahl von Mitgliedern der Mitgliederversammlung am Samstag, 19. März 2011, im Landhotel „Fasanenhof“ zu Datterode. Die Vereinsverantwortlichen legten Rechenschaft über das letzte Vereinsjahr ab und konnten über vielfältige Aktionen berichten. Dazu zählten insbesondere die Pflege und Instanthaltung eigener und öffentlicher Flächen und Einrichtungen, die Anbringung von Nistkästen für die heimische Vogelwelt und die Fortsetzung der Beschilderungen für historische interessante Örtlichkeiten. Den Höhepunkt des letzten Vereinsjahres bildete zweifelsohne die Festveranstaltung „50 Jahre Berliner Turm“ am 31. Juli 2010, die viele Menschen aus Nah und Fern zu dem beliebten Ausflugsziel auf dem Hüppelsberg hoch über Datterode anzog. Unter Beteiligung des Fanfarenzuges Reichensachen, des MGV Liederkranz Datterode und der Freiwilligen Feuerwehr Datterode gedachte man dankbar den Ideenfindern und Errichtern des Aussichtsturmes, der anlässlich des Jubiläums von der Gemeinde Ringgau zuvor renoviert worden war.

Blick in die Versammlung

Als wesentliche Arbeitsaktion wurde das auf zwei Jahre angelegte Projekt „historische Grabsteine auf dem Kirchrain“ dargestellt. So wurde das mittelalterliche Mauerwerk des Platzes restauriert und die Fundamente für einen neuen Zaun sowie im Besonderen für die beiden letzten historischen Grabsteine des ehemaligen „Kerchhoops“ fertiggestellt. In diesem Jahr soll es auf dem bereits 1636 als „kleiner Anger“ bezeichneten Platz an die Restarbeiten gehen. Nicht zuletzt durch die ausgesprochen gut besuchte Heimatseite im Internet ergaben sich vielfältige, weltweite Kontakte, die auch in 2010 zu verschiedenen Besuchen von Nachfahren ehemaliger Datteröder führten, die vom HVD betreut wurden. Stolz ist man beim HVD auch darüber, dass die im fünften Jahr veranstaltete Lesung am 6. November letzten Jahres wiederum ein großer Erfolg war. Ein „volles Haus“ lauschte der Präsentation von Rainer Lämmerhirt, Mihla, zu dem von ihm aufgearbeiteten Thema „Der Kampf um die Werra-Linie 1945 – Die Amerikaner kommen“.

Dass die Mitgliederzahl sich wiederum erhöht hat, erfreut den HVD ebenso, wie die Tatsache, dass das Projekt „Kirchrain“ auch die Förderung durch öffentliche Mittel erfahren hat. In Summe also sehr gute Voraussetzungen für ein weiteres, erfolgreiches Vereinsjahr. Die Kassenprüfer attestierten dem Vorstand eine sehr gute Vereinsführung, so dass die Mitgliederversammlung dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilte. Als turnusmäßig neuer Kassenprüfer wurde Reinhard Schmidt gewählt. Die aus Aktualisierungsgründen notwendigen Neufassungen von Satzung und Beitragssatzung wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Gerda Ludwig und Monika Pfaff geehrt. Im Dezember 2010 wurde zudem Frau Brigitte Delius, Witwe des ehemaligen Dekans des Kirchenkreises Eschwege und einstigen Datteröder Pfarrers Fritz Delius, vom Vorsitzenden in einem Eschweger Wohnheim für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Gerda Ludwig (links; + 12/2013) und Monika Pfaff

Im Blick nach standen die Initiativen für 2011. So soll das Projekt „Kirchrain“ erfolgreich fortgesetzt und abgeschlossen werden. Dazu erwartet das „kleine Häuflein“ der Aktiven mehr Unterstützung durch die Mitglieder. Am 15. Mai wird anlässlich des Internationalen Museumstages auch wieder ein Tag des offenen Museums stattfinden. Diesmal mit dem Thema „Datterode auf 100 Ansichtskarten“. Auch die nächste Lesung ist bereits terminiert worden: Dr Thomas Diehl wird am 13. November 2011 aus seiner Dissertation über die Boyneburg lesen. Die besondere Verbindung von Datterode zur Boyneburg, nicht ohne Grund führt der HVD die Ruine Boyneburg in seinem Logo, wird dabei im Mittelpunkt stehen. Auch für 2011 haben sich bereits wider Besucher aus Übersee, deren Familienwurzeln in Datterode liegen, angemeldet. Auch auf diese Begegnungen freut man sich im HVD schon.

Der Ehrenvorsitzende des HVD, Karl Beck, rundete die Versammlung mit einem musikalischen Grußwort auf seiner Mundharmonika und dem Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ ab. Der Text des Volksliedes ist nicht nur eine Verbeugung vor unserer Heimat, sondern auch Ansporn für den Heimatverein. Der Vorsitzende schloss die Mitgliederversammlung mit einem Zitat des chinesischen Romanautoren und Dichters Wu Cheng-En (um 1500 – 1582): „Eine Handvoll Heimaterde ist mehr wert als zehntausend Pfund fremden Goldes.“