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Lesung wieder ein großer Erfolg

Gerhard Zoch führte in seine pommersche Kindheit zurück

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als Gerhard Zoch, Wanfried, am Samstag vor dem 2. Advent aus seinem Buch „Wie es damals war – Die harten Hare nach dem Krieg“ vorlas und die fast 60 Besucher (!) in seine Kindheit in Pommern (genauer: Dochow, Gemeinde Großendorf, Kreis Stolp) zurückführte. Das Interesse an der Jahreslesung des Heimatvereins Datterode e. V. (HVD) war erneut sehr groß und fand auch wieder überregionales Echo.

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Gerhard Zoch bei der Lesung. Der ehemalige Klassenraum ist dem
„Europagedanken“ folgend ausgschmückt.

1944 geboren, verbrachte Herr Zoch seine Kindheit ohne den im Krieg gebliebenen Vater mit der schwer arbeitenden Mutter, einem Bruder und einem Cousin bis 1958 im heutigen Polen. Zwei Geschwister hatte er durch Diphterie verloren. Auf Anregung seiner Kinder und Enkel, denen er oft von damals erzählte, schrieb er die einzelnen Kurzgeschichten auf, so dass am Ende das Buch entstand, dass im Jahr 2008 erschien. Er hat die prägenden Ereignisse einer trotz schwerer Zeit erlebnisreichen, ja, auch schönen Kindheit, mit Herzblut zusammengestellt und ausführlich beschrieben.

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Ein Blick in die Zuhörerschaft


Viele detailreiche Abläufe im Jahreslauf geben Einblick in ein Land und eine Zeit, die vielen der Besucher erspart geblieben ist. Die Schilderungen lassen erahnen, was Menschen auch Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges durchmachen mussten, wie der tagtägliche Hunger quälte, wie man zum Überlebenskünstler wurde. Die Geschichten sind aber auch Mahnung zugleich, den Frieden zu bewahren und Mitmenschen zur Seite zu stehen. Gerade diese Gedanken wurden von Herrn Zoch am Schluss der Lesung aufgegriffen, als er von Weihnachten „damals“ vorlas und seine Traurigkeit über den Verlust des Inhaltes von Weihnachten heutzutage beklagte.

Besonders erfreut über die Lesung und die Begegnung mit dem Autoren war unser Mitglied Alfred Müller, der an diesem Tag seinem 75. Geburtstag begehen konnte, stammt er doch auch aus Pommern. Auch von dieser Stelle aus nochmals herzlichen Glückwunsch und alle guten Wünsche an Alfred Müller! Das Gespräch mit Herrn Zoch suchten einige Besucherinnen und Besucher in den Pausen und auch, als man nach Ende der Lesung noch ein Weilchen in fröhlicher Runde beieinander war.

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Alfred Müller (links) im Gespräch mit Gerhard Zoch

Der HVD bedankt sich herzlich bei Herrn Zoch für die sehr schöne Veranstaltung und bei allen Besucherinnen und Besuchern der Lesung für ihr so zahlreiches Ercheinen. Diese Lesung war ein sehr gelungener Abschluss des HVD-Jubiläumsjahres. Allen Gönnern, Freunden und Mitgliedern wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, friedliches neues Jahr.