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Die Grillhütte

Am Sachsenberg, mit einem fantastischen Blick auf das Dorf und die umgebenden bewaldeten Berge, wurde von August 1987 bis Oktober 1988 der Grillplatz mit der Grillhütte („Barbarossa-Hütte“ genannt) in 1650 freiwilligen Arbeitsstunden erstellt. Es schien, als wenn der Geist „alter“ Zeiten, als in vorbildlicher dörflicher Gemeinschaft Ehrenmal, Schwimmbad und Aussichtsturm („Berliner Turm“) erbaut wurden, wieder entdeckt worden war. Unter Leitung des seinerzeitigen Ortsvorstehers, Heinrich Ronshausen, beteiligten sich viele Dorfbewohner an den 30 Arbeitseinsätzen, darunter auffallend viele damals Jugendliche. Am Samstag, den 15.10.1988 wurde die Anlage im Beisein vieler Bürger und Bürgerinnen, sowie Ehrengästen und natürlich den Helfern eingeweiht.

Einwohner und Einwohnerinnen, Vereine, Parteien und Verbände können gegen eine Gebühr die Einrichtung für Veranstaltungen buchen.
Vermietung der Grillhütte:
über Ortsbeirat Datterode
Gebühren:
a) Vereine aus Datterode                              € 25,--
b) Bürger/-innen aus Datterode                     € 30,--
c) andere Nutzer                                         € 40,--
Hinzu kommen Stromkosten in Höhe von z. Z. € 0,40 pro KWh

Versprechen eingelöst – Bäume gepflanzt
Landrat Reuß und Bürgermeister Fissmann pflanzen Obstbäume bei der Grillhütte

Der Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Reuß und der Bürgermeister der Gemeinde Ringgau, Klaus Fissmann, hatten anlässlich der 50-Jahr-Feier des Heimatvereins zugesagt, jeweils einen Obstbaum zu stifften und zu pflanzen. Landrat Reuß hatte dafür anlässlich des seinerzeitigen Festkommerses eine zweckgebundene Spende übergeben. Im Rahmen einer „Dankeschön-Party“ für die Helferinnen und Helfer der 50-Jahr-Feier am Freitag, den 16. Oktober 2009, mittags, wurde das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt. Für Landrat Reuß war wunschgemäß ein Kirschbaum („Schwarze Knorpelkirsche“) und für Bürgermeister Fissmann ein Birnbaum („Gute Luise“) gekauft worden.

Zunächst galt es, den Stumpf des im März 2008 frevlerisch abgesägten Birnbaumes (siehe unten) mittels des Gemeindebaggers zu entfernen. Der „alte Kamerad“ wehrte sich mächtig, war doch einst bei der Anfüllung des Plateaus rund ein halber Meter seines Stammes mit verfüllt worden.

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Der alte Baumstumpf wird entfernt.

Danach pflanzten Landrat und Bürgermeister „ihre“ Bäume und kamen dabei ganz gut ins Schwitzen.

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„Die Kirsche“ - v. l. n. r.: damaliger OV Meister, Landrat Reuß, Bürgermeister Fissmann

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„Die Birne“ - v. l. n. r.:  Landrat Reuß, Heike Säcker, Bürgermeister Fissmann

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Es ist vollbracht!

Trotz des widrigen (für die Pflanzung der Bäume aber „guten“) Regenwetters fanden sich viele geladene Helferinnen und Helfer der 50-Jahr-Feier bei der Grillhütte ein, um dem Ereignis beizuwohnen und in der Folge bei Bratwürstchen und Getränken zu feiern. Erst gegen Abend verließen die letzten Besucher den herrlich gelegenen Ort.

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Links: Martin Schierl am Grill; rechts: „Geschnuddelt“ wird drinnen und draußen

Übrigens, die avisierten Baumpflanzungen durch den „Datteröder Förderverein für ländliche Strukturen“ auf dem Gelände sind jetzt aktuell (Frühjahr 2013) durch unsere Mitglieder Heike und Achim Säcker wenn man so will übernommen worden. Heike und Achim haben abständige Wildlinge durch Nuss- und Obstbäume an der Zuwegung zur Grillhütte ersetzt. Die Finanzierung erfolgte durch einstimmigen Beschluss des Fördervereins in der JHV 2012. Bravo!

Zur Vorgeschichte:

„Mein Freund, der Baum, ist tot, er fiel im ersten Morgenrot!“
So besang Alexandra im Jahre 1968 den Tod eines „alten Freundes“ (den ganzen Text können Sie unter http://www.i-songtexte.com/8420/titel/index.html nachlesen). Im Rahmen des „Arbeitseinsatzes“ des „Datteröder Förderverein der ländlichen Strukturen e. V.“ am 15. März 2008, der offensichtlich der Säuberung und dem Freischneiden des Grillplatzes und der dortigen Grillhütte vor dem traditionellen Osterfeuer am Ostersamstag diente, wurde leider das idyllische Plateau vor der Hütte einem Kahlschlag unterworfen.

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Mehrere Jahrzehnte alte Bäume wurden aus welchen Gründen auch immer abgesägt. Besonders traurig sind Naturfreunde und –freundinnen, dass der zentral den Platz beherrschende und beschattende Birnbaum dran glauben musste.

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Dem Betrachter/der Betrachterin erschließt sich dabei nicht unmittelbar, warum der Stumpf in dieser Höhe stehen gelassen wurde. Soll ihn etwa einmal eine Tischplatte zieren? Soll vielleicht gar ein neuer Trieb aufgepfropft werden? Oder dient er als Unterlage für einen Sonnenschirm? Der so romantische Platz, der Besucher und Wanderer geradezu einlud, ist nicht mehr. Das Verweilen unter einem Schatten spendenden Blätterdach ist vorbei, die Idylle dahin. Einmal im Jahr ist an der Grillhütte schwer was los. Nämlich dann, wenn die Datteröder Feuerwehr zum Osterfeuer lädt. Daneben nutzen Vereine, Parteien und Privatpersonen gegen Entgelt die Einrichtung. Wenn die Witterung es zuließ, saß man vor der Hütte auf den Bänken. Bei Sonnenschein natürlich unter den Schatten spendenden Bäumen. Tja, das ist nun vorbei. Also, Leute, wenn die Sonne lacht – Sonnenschirm mitgebracht!

Die Spaziergänger, die im Herbst vom Birnbaum die köstlichen Früchte naschten, werden für den Aufstieg zum Eschelberg auch nicht mehr „belohnt“. Ebenso werden die für unsere Ernährung so wichtigen Insekten zur Blüte- aber auch zur Erntezeit einmal mehr einen Standort vergeblich anfliegen. Der Sinn der Maßnahme erschließt sich nicht. Dem Ortsvorsteher Datterodes war nach Rückfrage diese Fällaktion im Übrigen nicht bekannt. Immerhin stehen doch Obstbäume auf öffentlichem Grund im Eigentum der Kommune und damit in unser aller Besitz.

Betroffen bleibt Heimat- und Naturfreunden nur übrig, das folgende Gedicht von Karl Beck zu zitieren:

Wer gibt me nun ne Beer
Hoch überm Dorf am Waldesrand
vor gar nicht so langer Zeit noch ein Birnbaum stand.
Im Frühjahr hat er mit seiner Blütenpracht
nicht nur Hummeln und Bienen, auch vielen Wanderern Freude gemacht.
In der goldenen Herbsteszeit
leuchteten seine Birnen weit und breit.
So stand er schon viele Jahre am Waldessaum,
drunten im Dorf ganz selten noch ein Birnenbaum.
Seine Vorfahren und Artverwandten
früher vor jedem Haus in jedem Garten standen.
Kein Gänseblümchen, kein Schmetterling, kein Bienensummen,
rund um die Uhr die Rasenmäher brummen.
Nur kein Laub – wen kümmert das Leuchten in der Herbsteszeit,
im Supermarkt liegt doch alles griffbereit.
Er stand weitab am Waldesrand –
dort, wo er niemandem im Wege stand.
Dann kam doch einer, dem die Zeit zu lang,
der ohne zu überlegen die Motorsäge schwang.
Gefühllos, in nur wenigen Sekunden
hatte Unverstand ihn zu Tode geschunden.
Vorbei nun für immer mit dem herrlichen Blütenkleid
und dem Leuchten in der goldenen Herbsteszeit.
Der mit der sägenden Hand
hatte noch nie etwas gehört vom alten Ribbeck im Havelland.
Kommt nun der Großvater mit seinem Enkel daher:
„Hä es tot, wer gibt me nun ne Beer?“

Nach Erörterung des "Kahlschlags" durch den HVD mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Claus Schmidt, am Rande der Mitgliedersammlung am 18.03.08 wurde von diesem im Beisein des Ortsvorstehers, Wolfgang Meister, erklärt, dass der Förderverein im Herbst dieses Jahres  v i e r  (Obst)Bäume auf dem Plateau vor der Grillhütte pflanzen wird. Zwar ersetzen diese nicht den alten, idyllischen Baumbestand, sind jedoch ein kleiner Lichtblick! Wir werden darüber berichten. Was dann geschah, lesen Sie weiter oben!