deen

Gegen das Vergessen

In der Liste der Holocaust-Opfer finden wir folgende Datteröder Juden im Bundesarchiv (http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html#frmResults) und bei Yad Vashem (http://www.yadvashem.org/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_2KE?last_name=&first_name=&location=Datterode&next_form=results):

Formann, Frieda, geborene Stern (*23.07.1908 in Datterode) – wohnhaft Frankfurt am Main - zur Mutter Frieda Frederike Stern vgl. unten
Deportation ab Frankfurt am Main am 11./12. November 1941 in das Ghetto von Minsk zusammen mit ihrem Ehemann David (*20.07.1906 in Frankfurt am Main) und Sohn Egon (*28.03.1934 in Frankfurt am Main).


Freund, Rosa
,
geborene Löbenstein (*15.10.1885 in Datterode) – wohnhaft Eschwege Schwester von Baruch (s. u.); deportiert ab Kassel am 9. Dezember 1941 nach Riga in das Ghetto.


Rosa Freund, geb. Löbenstein


Frießner, Berta
,
geborene Pfifferling(*12.08.1897 in Datterode) – wohnhaft Ermershausen
Deportation 1942 nach Izbica, Ghetto. Ihr Ehemann Josef (*06.07.1889 in Ermershausen) sowie die beiden Söhne Max (*20.01.1928 in Ermershausen) und Karl (*04.04.1930 in Ermershausen) wurden am 25.04.1942 von Würzburg aus nach Krasnystaw in das Ghetto verschleppt. Sie wurden im Vernichtungslager Sobibor ermordet.


Berta Frießner, geb. Pfifferling


Hefter, Lina
,
geborene Pfifferling (*25.10.1857 in Datterode) – wohnhaft Hamburg
Deportation ab Hamburg – Kiel am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt, Ghetto. Dort verstorben am 20. Februar 1943.


Lina Hefter, geb. Pfifferling

Löbenstein, Baruch[1] (*14.09.1881 in Datterode)
Kaufmann, verheiratet am 25.07.1912 in Fulda mit Helene (*11.01.1890 in Schlitz), geb. Gottlieb. Die Familie zieht am 15.02.1929 von Datterode nach Eschwege in die Friedrich-Wilhelm-Str. 14. Am 08.12.1941 werden die Eltern mit der Tochter Margot (*06.08.1923 in Datterode) „nach dem Osten umgesiedelt“, d. h., nach Riga deportiert. Helene wird am 01.10.1944 nach Stutthof bei Danzig verlegt und kommt dort am 20.11.1944 um. Das Schicksal ihres Mannes ist unbekannt. Die erstgeborene Tochter Bella (*23.09.1914 in Datterode) ist bereits ab dem 02.06.1926 in der Schulstraße in Eschwege als Schülerin gemeldet, bevor ihre Eltern nach Eschwege kommen. Am 15.02.1929 zieht sie mit diesen in die Friedrich-Wilhelm-Straße 14. Vom 15.10.1933 bis 11.04.1935 lebt sie in Straßburg, Rue du General Castelmann und kommt dann für kurze Zeit nach Eschwege zurück. Am 15.09.1935 meldet sie sich ab nach Enschede Holland. Margot ist im Übrigen vom 25.04. bis 06.10.1938 in Wolfratshausen und vom 03.06. bis 01.11.1940 im Gehringshof bei Fulda, danach wieder in Eschwege gemeldet, bevor sie mit ihren Eltern deportiert wird. In den Listen der Opfer taucht sie nicht auf, könnte also den Holocaust überlebt haben.


Baruch Löbenstein und Ehefrau Helene, geborene Gottlieb

Die dramatische Geschichte ihrer Tochter Margot konnte im Jahr 2011ermittelt werden. In der US- Zeitung jüdischer Immigranten „Aufbau“, Jahrgang 11 – Ausgabe 25, vom 22.06.1945 steht folgender Artikel (http://deposit.ddb.de/online/exil/exil.htm):

Nach Schweden gerettet
Die nachfolgende Liste enthält die Namen von 169 deutschen Juden, die Ende April aus dem "Arbeitserziehungslager" Hassee (
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitserziehungslager_Nordmark) bei Kiel nach Schweden gebracht wurden. Diese in letzter Minute erfolgte Rettung war die Folge einer Unterredung, die der Stockholmer Vertreter des World Jewish Congress, Norbert Masur, am 20. April mit Himmler in Rheinsberg bei Berlin geführt hatte und über die wir im "Aufbau" bereits berichtet haben.
Die Juden hatten eine Leidenszeit von über drei Jahren hinter sich. Im Dezember 1941 und im Januar 1942 wurden sie von Deutschland nach Riga deportiert. Ende September 1944 wurden sie nach Libau gebracht und Anfang Februar 1945 in das Hamburger Gefängnis Fuhlsbüttel. Anfang April mussten sie dann zu Fuß nach Kiel - 86 Kilometer entfernt - marschieren.

Alle diese Flüchtlinge können per Adresse "Flyklingslagret, Smalandsstenar, Sweden" brieflich (auch Luftpost) erreicht werden. Hinter dem Familiennamen folgt der Reihe nach der Vorname, bei Frauen der Mädchenname, das Geburtsdatum und der Heimatort.“

Als eine der Geretteten wird aufgeführt: Löbenstein, Margot, 6. 8. 1923, Eschwege

„Auf Gut Hartzwalde nördlich von Berlin treffen am 20. April Dr. Felix Kersten, der finnische Physiotherapeut Heinrich Himmlers und Norbert Masur, der schwedische Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses, ein. Sie treffen dort zunächst SS-Brigadeführer Schellenberg und später Himmler, um über die Freilassung jüdischer KZ-Häftlinge zu verhandeln. Himmler sucht insgeheim seit einiger Zeit den Kontakt zu den Westalliierten; er will ihnen eine Teilkapitulation des Deutschen Reiches anbieten. Die KZ-Häftlinge dienen ihm als Faustpfand.“
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0420/seite1/0058/index.html

Margot Löbenstein verdankte also diesem heimlichen Kontakt Himmlers zu den Westalliierten ihr Leben! Dem Tag, an dem Berlin den letzten Luftangriff des II. Wletkrieges erlebte und der letzte Geburtstag Adolf Hitlers (!).

Margot sucht in der Folge nach Verwandten. In einer Suchanzeige im „Aufbau“ vom 29.06.1945 sucht sie nach Dr. Leo Gottlieb in Brooklyn, NY. Da ihre Mutter eine geborene Gottlieb war, lag es nahe, dass es ein Verwandter gewesen ist, der, soweit recherchierbar, 1938 in die USA floh und in Brooklyn als Arzt praktizierte. Dank der Bemühungen von Michael Loebenstein (siehe "Weiteres zur Jüdischen Geschichte") erfuhr der HVD 2011, dass Margot nach Südamerika ging, sich mit einem Herrn Mezger verheiratete und zwei Töchter und mehrere Enkelkinder hat. Sie lebte zuletzt in Buenos Aires, Argentinien, wo sie an ihrem 92. Geburtstag, am 6. August 2015, verstarb. Erst kurz vor ihrem Tod hat sie ihren Kindern etwas vom Unfass- und Unbegreifbaren erzählt. Mit Margot Mezger-Löbenstein starb die letzte noch in Datterode geborene Jüdin.


Margot Löbenstein

Die Mutter von Baruch Löbenstein, Bertha, geborene Goldschmidt (*22.03.1857 in Erdmannrode, Altkreis Hünfeld – +24.10.1941 in Eschwege), Witwe des Herz Löbenstein (*04.11.1857 in Datterode - +25.06.1914 in Datterode) zieht am 02.03.1929 von Datterode nach Eschwege zunächst in die Königstraße 1 und am 28.05.1930 zu Familie ihres Sohnes in die Friedrich-Wilhelm-Straße 14. Sie verstirbt am 24.10.1941 und entgeht so der Deportation. Sie wird bis zu ihrem Tode von der Witwe Babette Werthan (* 22.06.1861 in Trabelsdorf) betreut, die ihrerseits 1942 ein Opfer der Nazis wird (07.09.1942, Theresienstadt, Ghetto - 29.09.1942, Treblinka, Vernichtungslager).[1]


Bertha Löbenstein, geborene Goldschmidt

Löbenstein, Julius (*06.07.1893 in Sontra) war der Sohn von Kaufmann Moritz Löbenstein aus Datterode (*17.07.1860 in Datterode - +01.12.1937 in Eschwege). Seine Mutter war die Emma, geborene Klebe (*20.12.1865 in Nesselröden, heute Gemeinde Herleshausen, Werra-Meißner-Kreis - +01.02.1930 in Eschwege). Die Familie zieht am 24.08.1904 von Sontra nach Eschwege und wohnt lange Zeit im Haus Stad 44. Nach dem Tod seiner Frau zieht Moritz am 20.04.1931 in die Niederhoner Straße 6. Julius meldet sich am 20.04.1909 nach Ballenstedt (heute Stadt Ballenstedt am Harz, Sachsen-Anhalt) ab. Am 21.01.1914 kehrt er von Varel (heute Landkreis Friesland, Niedersachsen) nach Eschwege zurück und wohnt wieder im Haus seiner Eltern und zieht mit sodann ebenfalls in die Niederhoner Straße 6. Seine Frau Johanna, geborene Löwenstein (*30.08.1897 in Diemerode) folgt ihm am 31.05.1933. Julius und Johanna wandern mit ihrem Sohn Eli Salomon (*15.02.1934 in Eschwege) am 20.01.1939 nach New York, 220 Audobon Ave., aus. Zu Julius‘ Bruder und seinen Schwester ist bekannt, dass seine Schwester Minna (*29.04.1896 in Sontra) vom 01.11.1916 bis 28.12.1920 in Brückenau (heute Bad Brückenau, Bayern) lebt und am 11.02.1921 den Kaufmann Felix Freund aus Frankfurt am Main heiratet. Sie verzieht am 25.05.1921 nach Frankfurt in die Kantstraße 4. Über ihr Schicksal ist nichts weiter bekannt. Julius‘ Schwester Frieda (*29.04.1896 in Sontra) ist vom 23.08.1913 bis 07.01.1914 in Hamburg und vom 20.10.1918 bis 08.08.1919 in Nürnberg, danach wieder bei ihren Eltern. Sie heiratet am 24.04.1933 den Kaufmann Salli Lewin aus Berlin und meldet sich am selben Tag nach Berlin NW 40 in die Kirchstraße 8 ab. Am 04.03.1943 wird sie zusammen mit ihrem Mann nach Ausschwitz deportiert. Julius‘ Bruder Arthur (*01.01.1901 in Sontra) studiert von 1919 bis 1921 Medizin in Göttingen, Würzburg sowie Marburg und hält sich vom 21.10.1921 bis 25.03.1926 in Berlin auf. Am 30.04.1926 meldet er sich endgültig nach Berlin N 4, Eichendorffstraße 21, ab. Er wird am 19.10.1942 nach Riga deportiert und kommt dort bereits am 22.10.1942 um.[1]


Julius Löbenstein - rechts als Soldat im 1. Weltkrieg

Löbenstein, Ruben (*07.03.1865 in Datterode)
Viehhändler, in erster Ehe verheiratet mit Rosa, geborene Linz (*05.02.1871 in Rotenburg - +13.02.1923 In Eschwege); am 01.02.1924 heiratet er in Eschwege die Rosalie (Rosa), geborene Jacobson (*30.04.1875 in Zerbst). Ruben Löbenstein zieht am 18.12.1917 von Wanfried nach Eschwege in die Friedrich-Wilhelm-Straße 23 und anschließend in die Sedanstraße 4. Am 01.01.1927 wechselt das Ehepaar in die Bahnhofstraße 20 und am 01.11.1930 an die Adresse Am Bahnhof 11. Am 15.05.1935 erfolgt der Umzug in die Forstgasse 13 (damals „Horst-Wessel-Straße“). Am 04.01.1939 werden beide zwangsweise in die Friedrich-Wilhelm-Straße 14 und zuletzt am 08.01.1942 in die Schulstraße 3 umquartiert. Von hier sind sie am 06.09.1942 „nach Unbekannt verzogen“, d. h., deportiert, und zwar zuerst nach Theresienstadt, dann am 29.09.1942 nach Treblinka.[1]


Ruben Löbenstein und Ehefrau Rosa

Maier, Julius (*14.05.1905 in Ulmet[2])
Maier, Erich
(*11.04.1934 in Ulmet[2])
Maier, Frieda
, geborene Pfifferling (*15.02.1901 in Datterode)
Die Recherchen haben ergeben, dass Julius eines von vier Kindern des Emanuel Maier und dessen Ehefrau Johanna, geb. Rothschild, war. Seine Mutter starb bereits am 13.08.1918, sein Vater ertränkte sich am 06.10.1923 im Fluss Glan. 1938 verkaufte er das Elternhaus im Auftrag seiner Geschwister für 2800,-- Reichsmark (nach 1945 mussten die Käufer nach einem Gerichtsbescheid noch 600,-- DM nachzahlen)[3]. Alle Geschwister und er selbst verließen Ulmet noch vor 1939. Julius heiratete die Frieda, geb. Pfifferling, aus Datterode und verzog in unseren Ort. Der Sohn Erich wurde am 11.04.1934 noch in Ulmet geboren (dürfte mit einem zweiten Vornamen Emanuel geheißen haben, denn mit diesem Namen und dem gleichen Geburtsdatum ist er als Shoa-Opfer in der Opferliste bei Yad Vashem - s. u. - erfasst). 1941 wird Julius Maier nach Überlieferung von Datteröder Augenzeugen an der Arbeit in der Zuckerfabrik Obernjesa (heute Gemeinde Rosdorf, Kreis Göttingen) verhaftet. Die Familie wird am 9. Dezember 1941 ab Kassel in das Ghetto von Riga deportiert und gilt als verschollen, bei Frieda mit dem Zusatz „in Polen“.


Frieda Maier, geb. Pfifferling

Pfifferling, Alexander (*17.05.1878 in Datterode) – wohnhaft Dresden
Er wird im August 1942 an einen unbekannten Ort deportiert (vermutlich Theresienstadt – vgl.
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/chronicles.html.de?page=1). Seine Ehefrau war die Auguste, geborene Reiss (*08.09.1882 in Ulrichstein, Altkreis Schotten), die mit ihrem Ehemann im August 1942 an einen unbekannten Ort deportiert wird.


Alexander Pfifferling

Pfifferling, Josef (*11.07.1870 in Datterode) – wohnhaft Datterode
Josef wird am 1. Oktober 1940 in Brandenburg Opfer der Euthanasie.
Josef war Patient der Landesheilanstalt Haina. Er wurde (auf Basis des Schnellbrieferlasses des Reichsministers des Innern, Abteilung IV, vom 30. August 1940) mit 12 weiteren jüdischen Patienten aus Haina am 25. September 1940 in das Anstalts-Sammellager der Gießener Heil- und Pflegeanstalt verlegt. Dort wurden 126 jüdische Patientinnen und Patienten zuvor definierter Anstalten zusammengefasst. Die älteste Patientin war 79 Jahre alt, die jüngsten waren zwei Jugendliche im Alter von 14 bzw. 15 Jahren. Nach fünf Tagen und fünf Nächten unter erbärmlichen Umständen werden die Patientinnen und Patienten am 1. Oktober 1940 in die Stadt Brandenburg bei Berlin verlegt.Dort befand sich ein "Euthanasie"-Mordzentrum im "alten Zuchthaus", in dessen Erdgeschoss ein Vergasungsraum ("Baderaum") von 15 Quadratmetern zur Aufnahme von jeweils 20 Menscheneingebaut war (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/NS-T%C3%B6tungsanstalt_Brandenburg). Alle 126 jüdischen Patienten aus dem Sammellager Gießen werden dort noch am selben Tag ermordet.
Unter den 13 Ermordeten aus Haina auch David Kaschmann aus Netra, Sohn des Lehrers der jüdischen Volksschule Netra, Josef Kaschmann (zu David Kaschmann vgl. in "Jüdisches Leben in einem hessischen Dorf" - Aus den Lebenserinnerungen Ludwig Rothschilds - Erich Schwerdtfeger (Hg.) - ISBN 978-3-8334-6352-5)!


Josef Pfifferling

Unter dem Vorwand, vor Verlegung in einen anderen Bau und zur Bekämpfung von Ungeziefer noch zu baden, mussten sich die Patienten ausziehen, wurden von Ärzten oberflächlich untersucht und mit einem Nummernstempel auf der Haut versehen. War die vorgesehen Personenzahl im mit Brausen an der Decke versehenen "Baderaum", wurde die Tür geschlossen und das Gas eingeleitet. Nach 15-20 Minuten und einem Blick durch den Spion, dass sämtliche Personen nicht mehr am Leben waren, wurden die Leichen von SS-Männern geborgen, nicht, ohne ihnen die aufgrund der "ärztlichen Untersuchung" und Nummerierung zuvor festgestellten Goldzähne zu entfernen. Die Leichen wurden sodann nachts in einem ehemaligen Postwagen zu den Verbrennungsöfen eines umzäunten Gebäudes etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt verbracht und verbrannt.
Informationen von Frau Monica Kingreen, Frankfurt/Main; Auszüge aus dem Aufsatz von Monica Kingreen: "Jüdische Patienten in der Gießener Anstalt und deren Funktion als "Sammelanstalt" im September 1940" , in: Uta George u. a. (Hrsg.): Psychiatrie in Gießen. Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung, Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Quellen und Studien, Band 9, Gießen 2003 - S. 251-289, hier S. 271, 276


Pfifferling, Käte
(*21.03.1899 in Datterode) – wohnhaft Datterode
Deportation ab Kassel am 9. Dezember 1941 nach Riga in das Ghetto.


Käte Pfifferling

Pfifferling, Louis (Levy) (*18.02.1894 in Datterode) – wohnhaft Frankfurt am Main
Er wird ab Frankfurt a. Main am 15. September 1942 nach Theresienstadt in das Ghetto deportiert und am 28. September 1944 in Auschwitz ermordet.


Louis (Levy) Pfifferling

Pfifferling, Salomo(n) (*08.02.1882 in Datterode  – +März 1942 im Ghetto von Riga) – Sohn des Baruch Pfifferling und dessen Frau Henriette (geb. Burchardt) – siehe auch bei „Weiteres zur jüdischen Geschichte“ und http://www.heimatverein-datterode.de/de/archiv/fotoarchiv/category/15-judengraeber – wohnhaft Marburg – vgl. http://www.geschichtswerkstatt-marburg.de/projekte/pfiffe.php):
1903 bestand Salomo Pfifferling die Lehrerprüfungen und arbeitete in Leipzig, Lübeck und Aurich.
Salomo Pfifferling nahm am Ersten Weltkrieg teil und kehrte 1918 als Kriegsverletzter wieder zurück. Salomo war seit 1919 Lehrer der israelitischen Volksschule in Marburg. Er war verheiratet mit Selma, (*27.05.1881 in Erfurt - +März 1942 im Ghetto von Riga), geborene Rehbock. Die Familie wohnte Heusingerstraße 3, Marburg, zusammen mit der Mutter von Selma, der Sophie Rehbock (*17.01.1855 in Stiebel - +13.06.1937 in Marburg). Tochter Margot (*05.08.1913 in Aurich) lernt Dentistin, heiratet Weil und geht 1933 nach Frankreich, wo sie überlebt. Salomo(n) und Selma werden am 9. Dezember 1941 nach Riga deportiert.


Salomon Pfifferling

Margot Pfifferling heiratet Raymond Weil in Frankreich. Sie überlebt mit ihrer Familie Krieg und Terrorherrschaft und konnte 2013 bei guter Gesundheit ihren 100. Geburtstag feiern. Sie erhielt auch aus ihrer Geburtstadt Aurich Besuch, zuletzt in 2015. Die Aurich Arbeitsgruppe "Stolpersteine" leistet beispielhafte Arbeit. Dazu und auch zum Besuch bei Margot Pfifferling-Weil siehe>

 

Pfifferling, Sara (*30.06.1888 in Datterode - +März 1942 im Ghetto von Riga) – wohnhaft Kassel
Schwester des Salomo(n) wird ebenfalls am 9. Dezember 1941 nach Riga deportiert.


Sara Pfifferling

Stern, Friederike (Frieda), geb. Pfifferling (*11.03.1886 in Datterode) – wohnhaft Fritzlar und Frankfurt/Main
Mutter der Frieda Formann, geborene Stern - siehe oben. Deportiert in das Vernichtungslager von Auschwitz.


Friederike Stern, geb. Pfifferling


Hier kann und sollte man die einzelnen Schicksale nachlesen!


[1] Forschungsergebnisse dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von Dr. Karl Kollmann, Stadtarchiv Eschwege
[2] heute Verbandsgemeinde Altenglan im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz
[3]
vgl. „Zur jüdischen Geschichte von Ulmet“, Auszüge zur Verfügung gestellt von Herrn Klaus Jung, Vorsitzender Heimatverein Ulmet e. V.