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Die Kapelle auf der Boyneburg

Beim letzten seiner drei Besuche auf der Boyneburg stiftete Kaiser Friedrich I. – auch als Kaiser Barbarossa oder Rotbart bekannt - am 13. Juni 1188 eine Kapelle, weihte sie der Jungfrau Maria und dem Apostel Petrus, stattete diese zum Unterhalt des Priesters mit einigen Einkünften aus, die jedoch zuvor vom Landgrafen von Thüringen erworben werden mussten.

Leider ist diese Stiftungsurkunde im Original nicht mehr erhalten. Ludwig von Boyneburg ließ jedoch diese Schenkung von Kaiser Maximilian I. am 3. Juli 1505 erneut bestätigen und somit ist uns der ursprüngliche Text erhalten geblieben.

Die Urkunde ist Latein geschrieben und von einer Reihe namhafter Zeugen besiegelt worden. Der für uns hier wichtige Teil der Schenkung lautet im Originaltext wie folgt:
„Ut autem veritas melius elucescat, quidquid ad redditus nostros pertinebat in villa Tattenrode capellam videlicet cum omnibus suis attinentiis in Geilentale, in Kirchperg, in Rateshagin, in Veldricheshusen, in Alboldeshusen, in Rorenriet, tertiam partem silve in Bilnirst.“

Die Übersetzung lautet etwa so: Dass die Wahrheit desto klarer werde, alles was zu unseren Einkünften gehört im Dorf Datterode, nämlich die Kapelle samt allen ihren Besitzungen, in Geilental, in Kirchberg, in Rateshagen, in Wellershausen, in Alboldeshausen, in Röhrda, den dritten Teil des Waldes in Bilnirst.

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Les- und verstehbare Abschrift der Urkunde von 1188 durch Günther Schulze (1920-2007)


Aus dieser doch recht spärlichen Überlieferung wollen wir nun versuchen, uns ein etwas genaueres Bild über die der Burgkapelle geschenkten Güter zu machen. Datterode hat also bereits im Jahr 1188 eine Kapelle mit Besitz in den erwähnten Ortschaften. Wahrscheinlich hatte der Landgraf von Thüringen unter der Kapelle in Datterode seinen Streubesitz dieser Umgebung vereint, konnte jedoch diese Besitzungen nicht weiter ausbauen, aber auch schlecht gegen Übergriffe sichern. Unter diesen Gesichtspunkten ist sicher der Verkauf an das Reich zu verstehen. Datterode ist bestimmt keine gewachsene Siedlungsgründung. An einer strategisch wichtigen Stelle im Netratal entstand eine Wehrkapelle, deren sie umgebende Häuser so angeordnet waren, dass ein wehrbarer Innenhof um das Gotteshaus entstand. Fast alle Häuser müssen der Pfarrei Dienst leisten und auch Naturalabgaben entrichten.

Eine Unterscheidung der Güter für Geilental und Kirchberg vorzunehmen, ist vorerst noch nicht möglich. Beide Orte sind in der Gemarkung Bischhausen bei Waldkappel aufgegangen. Um 1570 zinst Junker Reinhart von Boyneburg für ein Land: „Hans Tholle hat ½ Hufe und Lorentz Schlechters Frau ebenfalls l Hufe. Die Länder liegen in den Feldfluren: vor dem Cornberge, in der Aue, vor dem Daßbach, unter dem Wehrberge, vor dem Wehre, im Pfauenthal, auf dem hohen Raine und am Sonder.“ In späterer Zeit wurde von einigen Forschern der Ort Geilental in der Urkunde falsch gelesen und mit Gertental wiedergegeben.

Auch die Güter zu Rateshagen und Wellershausen können nicht genau getrennt werden, da deren Fluren in der Gemarkung Wichmannshausen aufgegangen sind. Der Ort Rateshagen lag an der Gemarkungsgrenze von Datterode und Wichmannshausen in Richtung der Boyneburg. Eine Grenzbeschreibung aus 1481 erwähnt schon den „Roddeshayn" an dieser Stelle. Wellershausen lag ebenfalls an der Gemarkungsgrenze zwischen Datterode und Wichmannshausen an der jetzigen Straße nach Netra. Auch hier geben die Datteröder Pfarrzinsen Aufschluss und nennen folgende Flurnamen: In der langen Wiese am Haubers Wege, am Natter Wege, an der Stockwiese, vor dem Regelstal, in dem Rothshayn, zu Wellershausen, an dem Beugelsrasen, unter dem hohen Eichelberge und die Stockwiese.

Die Lage der Wüstung Alboldeshausen konnte bis heute nicht genau festgestellt werden. Um 1570 geben noch Netraer Bauern die fälligen Zinsen und so ist zu vermuten, dass die Wüstung auch in dieser Gemarkung gelegen hat. Der Besitz ist eine halbe Hufe groß und liegt in den Fluren Dornliete und Streitäckern, direkt an der Grenze nach Rittmannshausen. Da in der Nähe noch eine Flurbezeichnung „im wüsten Dörfchen"  erhalten ist,  kann man eventuell einen Zusammenhang annehmen.

Die Besitzungen in Röhrda erstrecken sich nach dem Register von etwa 1570 auf Haus und Hof des Caspar Wigand, ein Land des Oswald Rathgeber und eine Wiese mit Triesch auf der Hellmühle, die Hans Sauers Frau in Besitz hat. Dem Namen Bilnirst begegnen wir nur in der Stiftungsurkunde. Eine Lokalisation für diesen Besitz durchzuführen, blieb bisher erfolglos. Das Register um 1570 zeigt uns jedoch die Lösung. Wir wissen von der Schenkung, dass die Pfarrei ein Drittel eines Waldgebietes besitzen muss. Falls kein Verkauf oder Tausch stattgefunden hat, muss dieser ja bei den Pfarrzinsen wieder auftauchen. In unserem Register erscheint jedoch kein Wald, dafür aber 57 Acker „wildes Land" oder auch Rodeland genannt, das an verschiedene Einwohner in Röhrda gegen geringen Zins ausgeliehen ist und sich auf dem Pfifferberg befindet. Dieses Berggebiet zwischen Datterode und Röhrda ist heute noch teilweise bewaldet und es ist mit Sicherheit nicht anzunehmen, dass sich bereits im Jahr 1188 bearbeitetes Land auf dem Bergrücken befunden hat. Hier wurde vielmehr nach der Schenkung der Wald gerodet und das so gewonnene Land gegen Zins abgegeben. Den Namen Bilnirst vermute ich als sprachlichen Überrest aus dem Wendischen, der im Laufe der Zeit in der jetzigen Bezeichnung aufgegangen ist.

An dem gesamten Güterbesitz, den die Kapelle auf der Boyneburg durch diese Schenkung erhielt, können wir uns ein Bild machen, dass das Einkommen recht beachtlich war. Sicherlich haben die Boyneburger Burgherren diese lukrative Pfründe Mitgliedern des weit verzweigten eigenen Hauses übertragen, die sich dann jeweils einen eigenen Priester für den kirchlichen Dienst hielten. Die erste namentliche Nennung erfolgt 1253, als Heinrich als capellanus auf der Burg erwähnt wird.

Zwischen 1255 und 1272 wird Dietrich als plebanus in mehreren Urkunden genannt. Mit Heymbrad von Boyneburg, als plebanus zwischen 1317 und 1322 erwähnt, erscheint zum ersten Mal auch ein namentlich genanntes Mitglied der Boyneburgischen Familie. Er war zugleich Propst des Klosters Germerode. Mit ihm scheint auch schon die Reihe der Pfarrherrn auf der Boyneburg zu enden. Bereits im Jahr 1353 nennt sich Johann von Meimbressen Pfarrherr zu Datterode und fortan werden nur noch die Herren dieses Ortes genannt. Dieser Wechsel von der eigentlichen Mutterkapelle auf der Burg in die Filialgemeinde Datterode scheint nicht freiwillig erfolgt zu sein. Die Gründe sind uns bis jetzt unbekannt. Vielleicht wurde die Kapelle auf der Burg doch nicht mehr so stark frequentiert. Auch war ja direkt unterhalb der Burg in Harmuthshausen unter der Obhut der Familie von Boyneburg eine Kapelle entstanden,  die  mehr  und  mehr  die  Funktion  der Burgkapelle  übernahm.

Anfang des 15. Jahrhunderts begann dann auf der Boyneburg die Zeit des großen Umbruchs. Die Kapelle im nahegelegenen Harmuthshausen wurde zerstört, die Liebfrauenkapelle in Netra und die Martinskirche in Röhrda, die wahrscheinlich beide als die Hauskapellen der Boyneburgischen Familien anzusehen sind, zerfielen. Der Streit um die Besitzansprüche der Kirche in Datterode blieb ohne Erfolg. Obwohl der Drang der Familien von der Burg weg und hinab auf die bäuerlichen Sitze
in die Täler sich bereits abzeichnete, entschlossen sich Herman, Philipp und Heimbrod von Boyneburg, erneut einen kirchlichen Dienst auf der Burg ins Leben zu rufen. Sie stifteten am Tage feria sexta nach dem Sonntag Quasimodogeniti im Jahr 1437 eine Kapelle und statteten den Altar der heiligen drei Könige und der Ritter Sebastian und Georg mit einer Reihe von Gütern aus. Herman von Buchenau, Mainzischer Commisarius, bestätigte im Jahr 1438 in Erfurt diese Stiftung und befreite sie von allen weltlichen Beschwerungen. Über die Lage und auch Ausstattung der ersten im Jahre 1188 eingerichteten Kapelle können wir uns noch kein genaues Bild machen. Von dieser zweiten Stiftung sind jedoch noch heute einige wenige Überreste vorhanden. Sie befand sich direkt über dem letzten Eingangstor zur inneren Burg direkt neben dem Turm. Die Lage über dem Eingangstor war bei den Burgenbauern beliebt, sollte sie doch den Feind von der Zerstörung dieses so wichtigen Eingangsteils abhalten. Der Zugang war über eine Treppe vom Burginnenhof. Durch eine Spitzbogentür gelangte man dann in den eigentlichen Kapellenraum. Erhalten sind noch die Überreste eines kleinen aus Bundsandstein gearbeiteten Sakramentshäuschens und zwei spitzbogige Fenster. Sicher war die gesamte Ausstattung recht einfach und schlicht.

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Modell der Boyneburg im Museum des Heimatvereins Datterode
– links Draufsicht, rechts Blick von der Seite.

Rechts neben dem Turm befand sich die Kapelle.

Bei der Gründung 1437 wurden folgende Stiftungen eingebracht:
Philip von Boyneburg aus Wichmannshausen l Malter Korn, l Malter Hafer
Johannes Kersten aus Breitau l Malter Korn und l Malter Hafer
Johannes Vatre aus Röhrda 6 Metzen Korn und 8 Metzen Hafer
Johannes Fleischhawer aus Röhrda 6 Metzen Korn und 8 Metzen Hafer
Johannes Merttenfeldt aus Röhrda 4 Metzen Korn und ½ Gulden
Der Möller aus Datterode 2 Gulden
Heinrich Beni aus Datterode 2 Gulden
Jacob Hibethall aus Datterode 2 Gulden
Johann Myla aus Datterode l Gulden
Heinrich Künemundt aus Datterode l Gulden
Johannes Möller aus Datterode l Gulden
Herman Möller aus Datterode  ½ Gulden
Henrich Iringk aus Datterode l Gulden
Oleyschleger aus Datterode ½ Gulden

 

Trotz der neu gestifteten Kapelle ging der Streit um die Besitzrechte der Kirche in Datterode weiter. Bereits 1442 sagen eine Reihe von Einwohnern des Ortes aus, dass die von Boyneburg kein Recht an der Pfarrei haben. Im Jahre 1445 erfolgte dann die bekannte Realteilung der von Boyneburgischen Besitzungen. Die Brüder Heimbrod, Rabe und Reinhart verglichen sich, behielten die Burg und noch einige andere Güter im gemeinsamen Besitz und teilten den Rest unter sich auf. Über die Geistlichen, die nach der neuen Stiftung auf der Burg tätig waren, ist nur sehr wenig bekannt. Heinrich Führer, auch Vectoris genannt, wird bei der Gründung namentlich erwähnt und auch noch 1440 genannt. Ob Heinrich Beinen, der nur ein einziges Mal im Jahr 1460 genannt wird, der Nachfolger ist, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Johan Finestus, 1481 erwähnt, verlässt die Vicarie 1482 freiwillig. Evtl. ist er derselbe, der um 1524 als Prior der Wilhelmiten in Gräfentonna erwähnt wird. Tilomanus von Milsungen, auch Euwel  genannt, war Propst des  Klosters  Germerode  von 1479-1493. Als Vicarius der Boyneburg wird er zwischen 1482 und 1492 bekannt. Johan Throm wird zwischen 1498 und 1501 erwähnt. Bartholomäus Schilling dürfte der letzte Priester auf der Burg gewesen sein. 1503 wird er von allen drei Stämmen belehnt und zuletzt noch 1519 genannt.

Die Bedrängnisse der von Boyneburg gegen die Pfarrei in Datterode und deren Hintersassen wurden so stark, zumal ja mit Tilomanus von Milsungen eine einflussreiche Persönlichkeit die kirchlichen Geschicke der Burg leitete, dass der Fritzlarer Kanonikus Dr. Conrad Schrendeisen, der zu der Zeit die selbständige Pfarrei Datterode inne hatte, keine andere Lösung mehr sah und sich im Jahre 1510 unter den Schutz des Landgrafen von Hessen stellte. Damit hörte die eigenständige Pfarrei Datterode auf zu bestehen und wurde fortan vom Landgrafen direkt verliehen.

 

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Seitlicher Blick auf die Ruine auf den
Bereich der ehemaligen Kapelle

Sicher unter dem Eindruck, dass die von Boyneburgischen Familien mittlerweile fast alle von der Burg auf die Besitzungen in den umliegenden Dörfern gezogen waren und auch das Verhältnis zum Landgrafen sich stabilisiert hatte, besetzte man nach der Vakanz des letzten Priesters Bartholomäus Schilling diese Stelle nicht mehr und gestattete dem Datteröder Pfarrer Stephan Meister und auch noch seinem Sohn Ellas die kirchlichen Dienste auf der Burg mit zu versehen. Nach dessen Tod, zu Beginn der Reformation, schloss man jedoch die Burgkapelle und behielt die vorhandenen Einkünfte für sich. Dem Datteröder Pfarrer verweigerten sie jetzt den Zutritt zur Burg und erst nach dem Dreißigjährigen Krieg gestatteten sie den Geistlichen des Nachbarortes mit kurzen Unterbrechungen den Festgottesdienst bei der bekannten Boyneburgspende (vgl. "Die Sage und das Spendenmal von der Boyneburg") zu halten. Diese Brot- und Speckspende wurde bis zum Jahr 1902 am Gründonnerstag an die Armen und Schulkinder von Datterode auf der Burg ausgeteilt. Da zu Ostern das Wetter oftmals noch sehr schlecht ist, verlegte man diesen Tag ab 1903 auf den Himmelfahrtstag. Der Ursprung dieser Stiftung ist nicht bekannt. Im Jahr 1636 wird diese allerdings vom Datteröder Pfarrer bereits mit dem Vermerk „vor alters" erwähnt.

Seit der Zeit des Pfarrers Stephan Meister in Datterode trägt der jeweilige Geistliche dieses Ortes den jedoch nicht offiziellen Titel „Kaplan der Boyneburg“. Zum Schluss werden die 20 Stiftungen zur Burgkapelle in Regestenform wiedergegeben:

(1) Philip, Heimbrodt, Reinhardt, Curt, Gebrüder, genannt v. Boyneburg, verkaufen dem ehrbaren Priester Ehrn Henrich Führer 2 Malter Getreide. Anno Domini 1438 in vigilia Petri et Pauli Apostoli
(2) Herman Myla, zu Tattenroda, verkauft Ehrn Henrich Führer zu der Vicarie zu Boyneburg 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1438 in die Sancta Margaretha virginis
(3) Hans Jacob, zu Tattenroda, verkauft Ehrn Henrich Führer l Rheinischen G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini1438 Feria quinta proxime post octavam visitationis Mariae virginis
(4) Henrich Hochapffell, zu Tattenroda, verkauft dem Priester Henrich Führer 2 Rheinische G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1438 in vigilia Beatae virginis Catharinae
(5) Philip, Heimbrodt und Curt v. Boyneburg, Gebrüder, verkaufen Ehrn Henrich Führer zu seiner Vicarie zu Boyneburg 4 Malter Korn. Anno Domini 1440 Feria quarta nach exaudi
(6) Hans Nickell, zu Tattenroda, verkauft Ehrn Henrich Führer zur Vicarie zu Boyneburg l Rheinischen Gulden Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1442
(7) Curt Laubericht verkauft Heinrich Beinen einen Schock Groschen jährlichen Zinses. Anno Domini 1460 uff Donnerstag vor Mittfasten
(8) Herman Steinmetz, wohnhaftig in Richnsaxen, verkauft Ehrn Johann Fenestus, Vicarius zu Boyneburg, 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1481 uff Montag nach d. Jacobs Tag des h. Apost.
(9) Hans Schuff, zu Reichensaxen, verkauft Ehrn Tilomanus v. Milsungen, Vicarius zu Boyneburg, l G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1487 uf den Sontag nach aller h. Tag
(10) Herman Steinmetz und Henckell sein Sohn, verkaufen Ehrn Thilen, Propst zu Germerode, 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1487 uf nechst Montag nach dem h. P. Tag
(11) Jorge Schuchartt, zu Grandenborn, verkauft Ehrn Tilomano v. Milsungen, Vicarius zu Boyneburg, 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1492 uf Montag nach dem h. Palmentag
(12) Hans Zimmerman, zu Reichensaxen, verkauft dem ehrbaren Johan Throm, Vicarius zu Boyneburg, 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini uf Sontag nach S. Lucastag
(13) Henche Ayfferman, zu Bischhausen, verkauft dem ehrbaren Johan Throm zu der Vicarie zu Boyneburg 1/2 G Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1500 uf S. Fabian Sebastianstag der h. Margret
(14) Caspar Hartwig, wohnhaftig zu Ricesaxen, verkauft dem ehrbaren Johan Throm zu der Vicarie zu Boyneburg 1/8 G Geld jährlichen Zinses.
(15) Heimbrodt v. Boyneburg, genannt von Hoynstein, verkauft dem ehrbaren Johan Throm, Vicarius zu Boyneburg, 1/2 G Geld jährlichen Zinses, Anno 1501 uf Donnerstag nach Conceptionis Mariae Virginis
(16) Curt Allmerodt, zu Tattenroda, verkauft Ehrn Bartholomaeo Schilling zu der Vicarie zu Boyneburg 1/2 G hessischer Währung Geld jährlichen Zinses. Anno Domini 1506 uf Donnerstag nach S. Andreastag des h. Apostel
(17) Herman Werner, wohnhaftig zu Rorith, verkauft der Vicarie zu Boyneburg 1/2 G Geld jährlichen Zinses Anno Domini 1506 uf Donnerstag nach Catharinae.
(18) Hans Rasenthall, wohnhaftig zu Näther, verkauft dem ehrbaren Prieseter Ehrn Bartholomaeo Schilling zu der Vicarie zu Boyneburg l Rheinischen G Geldjährlichen Zinses Anno Domini 1510 uf S. Johannis des Teuffers unseres Herrn.
(19) Heimbrodt v. Boyneburg, verkauft H. Bartholomaeo Schilling und seiner Vicarie zu Boyneburg 8 Malter Frucht Anno Domini 1514 uf Sonnabendt nach dem h. Ostertage.
(20) Henrich v. Boyneburg, genannt von Hoynstein, verkauft Herrn Bartholomaeo Schilling, Vicarius zu Boyneburg, l G Landtwerisches Geld Anno 1519 Mittwochen nach praesentationis Mariae.

Aus Anlass der 800. Jahrfeier der Stiftung der Kapelle auf der Boyneburg gab es am 17. Juni 1988 eine Gedächtnis-Wanderung, die einen“ modernen Barbarossa“ in Begleitung „dreier Burgfräulein“ und eines „Kaplans“  an die Wirkungsstätte des echten Barbarossa führte. Von der Veranstaltung hier zwei Fotos und das Programm:

 

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1 Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Herbert Lamprecht aus „850 Jahre Datterode“ – Der Festausschuss Datterode, Verlag Friedrich Gajewski, Datterode 1991, m. w. N.