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Auf ein Glas Apfelsaft ...

Geschwisterpaar aus Florida im Dorf der Ahnin

Tem Hiesberger
und Bill Mausshardt, verwitwetes Geschwisterpaar aus The Villages, Florida, USA, kamen unvermittelt am Donnerstag letzter Woche nach Datterode. Nach vielen Besuchen vieler Orte in Deutschland (bei permanent schlechtem Wetter) waren sie u. a. in Winterberg/Sauerland gelandet. Immer auch auf der Suche nach den Spuren der Vorfahren, die dereinst aus Europa in die USA immigriert waren.

Auf der Suche nach Familiennamen auf Grabsteinen und bei den Kirchen, machten sie sich zu einem Tagesausflug auf, der sie nach Datterode führte. Sie waren begeistert, dass die Kirche offen war, sahen die letzten Pinselstriche der Restauratoren und fragten, wo man denn ein Restaurant fände. Sie wurden an den „Fasanenhof“ verwiesen. Dort kamen sie mit unserem Schriftführer Axel Schroth ins Gespräch. Sie seien auf der Suche nach einer Ahnin, die dereinst aus Datterode gekommen sei. Axel Schroth verwies an den HVD-Vorsitzenden. Ein kurzes Telefonat und nach knapp einer Stunde saß man Kaiserwetter und einem Glas hausgemachten Apfelsaft auf der Terrasse über den genealogischen Daten des HVD.


Suche nach den Vorfahren – bei einem Glas Apfelsaft
Tem Hiesberger (links) und ihr Bruder Bill Mausshardt

Wer die aktuellen Nachnamen, die württembergischer bzw. österreichisches Herkunft sind, betrachtet, würde kaum Vorfahren im Ringgau vermuten. Jedoch stammt die Ururgroßmutter der Besucher aus Datterode. Genauer gesagt aus der Familie Almerodt, die bereits im 16. Jahrhundert in Datterode ansässig war. Begeisterung bei den Besuchern, als man unmittelbar diese Daten ihrer Ahnin übergab:

Anna Elisabeth Almerodt, geboren am 28. September 1827
Anna war drittes von fünf Kindern des Postillions Caspar Almerodt (Postillion für Netra – wie sein Vater zuvor) und dessen Frau Anna Barbara geb. Iba. Auch die Daten dessen Eltern und der Geschwister liegen vor – eines wurde deutlich, die Almerodt-Sippe war sehr lang in Dorf und Region präsent. So nimmt es auch nicht Wunder, dass man über die Ortsbeschreibung von 1745 den Platz ausfindig machen konnte, wo einst die Almerodt-Ahnen ein Haus in Datterode besaßen. Es ist die heutige „Alte Straße 20“, damals Haus Nr. 43. Ein Besuch war naturgemäß zwingend.


Hier stand einst das Haus der Vorfahren

Anna Almerodt (in den USA: Almroth) wanderte 1857 in die USA aus. Genauer: Nach St. Louis, Missouri. Sie ging aber nicht allein mit großer Hoffnung aus dem Elend der damaligen Zeit ins fremde Land. Viele Datteröder hatten vor und nach ihr das Glück in Amerika gesucht. Vgl. dazu die Auswanderergeschichte> Mit Anna gingen aber auch ihre Schwester Dorothea Elisabeth (geb. 1825) nebst Tochter (ebenfalls mit Namen Anna Elisabeth, geb. 1850) sowie die Brüder Adam (geb. 1836) und Martin (geb. 1839) aus der Heimat fort. Was Wunder, die Zeiten waren schlecht Mutter (1855) und Vater (1856) verstorben. Die älteste Schwester, Catharina Elisabeth, hatte 1854 Johann Heinrich Schmidt aus Röhrda geheiratet. Ihre Spur verliert sich in den Büchern … Es waren nach 300 Jahren die letzten Almerodts von Datterode.

Voller Eindrücke über das Dorf der Vorfahren machten sich die Besucher bepackt mit einer Dorfchronik auf den Weg zurück ins Sauerland. Am nächsten Tag ging sehr früh bereits ihr Rückflug in die USA. Mehrmals unterstrichen die beiden Besucher, dass dieses kurze Treffen der Höhepunkt der ganzen Reise gewesen sei. Eine neue Verbindung in die alte Heimat scheint entstanden zu sein – vor dem Hintergrund des Schicksals eines Mädchens aus Datterode

   
Bei der Ahnenforschung und im Unterdorf ("Im Ingerlaand") am Grundstück, wo mutmaßlich einst das Haus der Ahnen stand.